Abenteuer Start-up: Wie Adaptavate die Baubranche nachhaltig umkrempeln will

Wenn Tom und Alberto über Adaptavate sprechen, hört sich alles eher nach einem großen Abenteuer an, als nach einem Start-up. Jeden Tag aufs Neue navigieren die Gründer ihr junges Unternehmen durch die Start-up Welt – von Preisverleihungen, über Messen zu Kunden-Meetings, in die Werkstatt in Stroud und wieder zurück in die Kommandozentrale in London. Beim Finale des Green Alley Awards 2015 konnten wir drei der vier Teammitglieder näher kennenlernen. Wohin steuert das Start-up gerade und wer hat dort angeheuert?

  
Tom, Erfinder des Breathaboard und Kopf von Adaptavate, verkörpert den typischen Social Entrepreneur: „Ich wollte schon immer eine Organisation schaffen, die etwas verändert, und dabei neue Wege beschreiten. Die Entwicklung des Breathaboard, einer Alternative zu Gipsplatten, war die ideale Gelegenheit für mich, zum Unternehmer zu werden.“ Im Rahmen seiner Abschlussarbeit befasste sich der damalige Student des Studiengangs „nachhaltige Architektur“ monatelang mit ökologischen Alternativen in der Baubranche. Knapp zwei Jahre später ist aus der Forschung nicht nur das junge Unternehmen Adaptavate, sondern auch ein handfestes Produkt entstanden. Das Breathaboard wird zu 75% aus Getreideabfällen der Landwirtschaft hergestellt und ist damit komplett kompostierbar. Mit diesem innovativen Ansatz konnte Adaptavate die Jury des Green Alley Awards 2015 überzeugen und wurde mit Europas erstem Gründerpreis der Kreislaufwirtschaft ausgezeichnet.

  

Erfolgsrezept: ein Team voller Leidenschaft

  
Mittlerweile ist das Team auf insgesamt vier Mann angewachsen. Mit Studienfreund und Mitgründer Alberto Fernández Minguela ergänzt sich Tom hervorragend. Der studierte Bauingenieur erforschte alle Aspekte des Bauwesens in verschiedenen europäischen Ländern und weiß, was ein gutes Baumaterial ausmacht. Produktmanager Aled kümmert sich um den Aufbau des Produktionsprozesses für das Breathaboard und Marketing Manager Michael sorgte für neue Perspektiven in der Kommunikation mit den Adaptavate-Kunden. Leidenschaft für das Produkt und die Forschung, die in ihm steckt, aber auch Spaß in allen Lebens- und Unternehmenslagen zeichnen das Team aus. Vielleicht sind genau das die beiden entscheidenden Zutaten des Erfolgsrezepts, mit dem die Jungs schon reihenweise Kunden und Unterstützer überzeugen konnten. Mehr als 30.000 m² der alternativen Wandverkleidung wurden bereits vorbestellt.

  
Die größte Herausforderung für Adaptavate ist derzeit, den vielen Vorbestellungen der Kunden endlich nachzukommen – eine Herausforderung, von der andere Start-ups nur träumen können. „Nun wollen wir produzieren, damit Breathaboard in möglichst viele Hauswände kommen kann“, erklärt Alberto, Mitbegründer von Adaptavate. Noch ist Breathaboard ein Prototyp. Doch mit Auszeichnungen wie dem Green Alley Award gewinnt Adaptavate Spielraum, das Produkt auf die nächste Ebene zu heben. Viel Aufmerksamkeit in Europa und großes Interesse von Architekten und potenziellen Lieferanten in Deutschland hat Adaptavate laut Gründer Tom nach dem Award erhalten. „Jetzt müssen wir nur noch liefern!“