Alexis Figeac (R2Pi) im Interview

   

Alexis, Ende letzten Jahres hast du R2Pi, ein von der EU gefördertes Horizon 2020 Projekt, ins Leben gerufen Folglich warst du auf der Suche nach Konsortiumsmitgliedern. Wie kam es dazu, dass du Green Alley kontaktiert hast?

Ich habe Green Alley im Jahr 2015 kennengelernt, als sich ein innerhalb des INNEON Projektes gecoachtes Start-up für den Green Alley Award beworben hatte. Votechnik, mit Wurzeln in Irland, hat eine sehr hilfreiche und automatisierte Lösung entwickelt: In Europa werden jährlich mehr als 15 Millionen LCDs entsorgt –  so stellte ich fest, dass Green Alley sehr auf die Circular Economy und damit zusammenhängende Geschäftsideen fokussiert ist. Ich war sofort davon überzeugt, dass Green Alley ein gutes Forum für größere, traditionelle Firmen sein könnte, um ihnen einen Einblick in das Potenzial der Circular Economy zu bieten. Gleichzeitig würde man sie sogar so weit bringen, Projekte zusammen mit einigen der von Green Alley ausgezeichneten Start-ups zu starten. Zudem ist Green Alley Teil der Landbell Gruppe, die auf einer EU-weiten Basis als Rückhol-System von u.a. Elektrogeräten und Batterien agiert. Ein durchaus geeigneter Partner also. Vor allem, wenn man sich die politischen Empfehlungen von R2Pi ansieht: das Konsortium hat u.a. die Zielsetzung, erfolgreiche Geschäftsmodelle zu analysieren, die die Wirtschaft hin zu einer Circular Economy führen können. Es werden Richtlinien sowohl für den Unternehmenssektor, als auch für die politischen Entscheidungsträger aufbereitet.

 

Der Fokus des R2Pi Projekts liegt auf der Forschung und Umsetzung von Geschäftsmodellen der Circular Economy. Kannst du etwas näher erklären, warum du daran interessiert bist, insbesondere Start-ups aus diesem Bereich zu unterstützen?

Start-ups sind eine riesige Quelle an Innovationen, sowohl technisch als auch sozial. Außerdem bewegen sie sich flink und wendig. Sie können schnell mit Partnern der Wertschöpfungskette testen, ob ihre vorgeschlagene Lösung oder Geschäftsidee effektiv ist. Wir gehen davon aus, dass ein Teil der erfolgreichen Circular Economy Geschäftsmodelle von Start-ups vorgestellt werden, insbesondere hinsichtlich kreislaufbasierter Beschaffung, Reparatur oder zugangsbasierten Systemen. Gründer wissen viel besser, was Gleichaltrige, also junge Erwachsene, suchen: lieber die Leistung oder den Zugang zu einer Dienstleistung oder einer Ware, als ein mühsames Eigentum.

 

Innerhalb der letzten Jahre warst du als Investor tätig und Berater für verschiedenste Start-ups im Bereich Öko-Innovation und Cleantech. Was möchtest du  Start-ups mit auf den Weg geben?

So schnell wie möglich mit potentiellen Partnern und Kunden zu interagieren; versucht beispielsweise Feedback vom Markt selbst bzw. den Nutzern zu  erhalten. Bleibt nicht in eurem Elfenbeinturm der technischen Perfektion! Ihr seid Unternehmer und euch wird das Geld schneller ausgehen als die Ideen! Es mag weitaus lukrativere Vorschläge oder Anfragen auf dem Markt geben, über die ihr noch nicht einmal nachgedacht habt. Gleichwohl bedeutet dies aber nicht, dass ihr euer Ziel aufgeben solltet… Der Weg ist vielleicht nur ein anderer, um dieses zu erreichen.