Im Gespräch mit Green Alley Finalist 2016: ResQ Club

  

Eine zweite Chance für Speisereste

Lebensmittelverschwendung ist ein brandaktuelles Thema, sowohl in Berichten über die Circular Economy als auch im Rahmen des Green Alley Awards 2016. Tuure Parkkinen, Gründer und CEO von ResQ Club – einem der Finalisten des diesjährigen Green Alley Awards – erzählt uns, was ihn dazu motiviert hat, mithilfe der App seines Start-up-Unternehmens übrig gebliebene Speisen von Restaurants zu „retten“, bevor diese im Abfall landen.

 

Die drei Jahre, in denen sich Tuure beruflich mit Themen wie Arbeitslosigkeit und Einkommensdifferenzen beschäftigt hat, haben bei ihm große Frustration darüber ausgelöst, wie viel Ineffizienz es auf dem Markt gibt. Um einen Beitrag dazu zu leisten, Abfall zu reduzieren, sowie um zu zeigen, wie Märkte effektiv bedient und dabei alle Ressourcen genutzt werden können, gründete er schließlich das finnische Start-up-Unternehmen ResQ Club. Über den Service der App haben Verbraucher die Möglichkeit, übrig gebliebene Speisen von Restaurants, Cafés, Bäckereien, Feinkostläden und Hotels zu günstigeren Preisen zu erwerben.

 

Die Idee, freie Ressourcen so einzusetzen, dass diese Wert generieren, war Tuure auch schon vor der Gründung von ResQ Club nicht fremd. Vor der Gründung seines Start-ups war er für ein finnisches Personalbeschaffungsunternehmen tätig, das Unternehmen mit geeigneten Mitarbeitern zusammenbrachte. Tuure erklärt uns, dass der Wechsel in den Food-Bereich für ihn ein ganz natürlicher Prozess war. Immerhin sei Essen ja ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebens. Die dreieinhalb Jahre, die der Start-up-Gründer in Tansania gelebt hat, haben ihm außerdem noch einmal in besonderem Maße vor Augen geführt, wie glücklich wir uns schätzen können, über so viele Lebensmittel zu verfügen und wie wichtig es ist, diese auch zu verwerten, anstatt sie wegzuwerfen.

 

Die Vorteile einer Anwendung, die qualitativ hochwertige Speisen zu ermäßigten Preisen anbietet, liegen für Verbraucher und Partnerrestaurants gleichermaßen klar auf der Hand. Der Verbraucher muss lediglich die genannte App herunterladen oder sich für die Online-Version derselben anmelden sowie seine Zahlungsdaten eingeben und schon kann er sich mit köstlichen Speisen versorgen, die andernfalls am Ende des Tages im Abfall landen würden. Übrig gebliebene Speisen auf diese Weise sinnvoll zu verwerten, bringt nicht nur Vorteile für die Umwelt mit sich und macht sich nicht nur im Geldbeutel der Nutzer bemerkbar, sondern bietet den Verbrauchern darüber hinaus auch die Möglichkeit, neue Restaurants auszuprobieren. So verspricht die App gleichzeitig Komfort, nachhaltiges Handeln und die Aussicht, Geld zu sparen.

 

Anbieter von Speisen, die an einer Zusammenarbeit mit ResQ Club interessiert sind, wenden sich einfach an das Start-up-Unternehmen oder dessen lokalen Account Manager. Partnerrestaurants, die der ResQ-Community angehören, können auf diese Weise Einnahmen generieren, die sonst im wahrsten Sinne des Wortes „verloren“ wären. Für Restaurants bietet der Service darüber hinaus eine gute Gelegenheit, neue Kunden zu erreichen und zu gewinnen, die aufgrund der günstigeren Preise bereit sind, geschmacklich auch einmal etwas Neues auszuprobieren.

 

Dabei begleitet ResQ Club seine Partnerrestaurants auf ihrem Weg: „Wir helfen Ihnen, Ihre Logins einzurichten, einen geeigneten Ablauf für die Übergabe der Speisen zu finden und Ihre Mitarbeiter hinsichtlich der Bedienung unserer intuitiven Browser-Schnittstelle zu schulen“, führt Tuure weiter aus. Außerdem hat sich das Start-up darauf vorbereitet, die Restaurants auf jede gewünschte Art und Weise bei der Optimierung ihres Nachhaltigkeitsmanagements zu unterstützen und ihnen so dabei zu helfen, eine verantwortungsvolle Marke aufzubauen.

 

Lebensmittelverschwendung ist in der Tat ein brandaktuelles Thema, und auf dem Markt gibt es bereits die unterschiedlichsten Lösungen, um das Problem anzugehen. Was ResQ Club von seinen Mitbewerbern abhebt, ist seine Flexibilität: Das standortbezogene System ermöglicht es Ihnen, bei der Auswahl der Speisen ganz individuell vorzugehen, abhängig von Ihren persönlichen Ernährungsgewohnheiten und anderen spezifischen Kriterien. Sie können an einem Tag auch mehrere Käufe mit unterschiedlichen Lieferzeiten tätigen. Dies erlaubt es Ihnen, Ihren Tag ganz nach Ihren Vorstellungen zu planen und die Speisen dann abzuholen, wenn es für Sie am günstigsten ist.

 

ResQ Club startete Anfang 2016 zunächst in Finnland. Im August wurde das Angebot auf die Niederlande und Estland ausgeweitet, so dass der Service inzwischen in drei Ländern verfügbar ist. Die weitere Expansion ist geplant; in Schweden hat das Start-up-Unternehmen bereits erste Marketingmaßnahmen durchgeführt.

 

Doch die geografische Expansion ist nicht die einzige Weiterentwicklung, die ResQ Club in der Hinterhand hat. Es gibt Pläne, der App eine spielerische Komponente hinzuzufügen und diese dadurch mit noch mehr Möglichkeiten für soziale Interaktionen auszustatten. „Es könnte noch weitere Überraschungen geben“, deutet Tuure an.

 

Wir sind gespannt und freuen uns schon sehr auf den Final-Pitch um den Green Alley Award 2016.