„Start-ups wie Sulapac können wirklich etwas bewirken“

Interview mit Matthew Aubrey von BGV

Matthew, du warst in diesem Jahr einer der Juroren des Green Alley Awards 2017. Auf welcher Basis hast du den Gewinner ausgewählt? Welche Kriterien waren wichtig?

Es war sehr schwierig einen Gewinner auszuwählen, da alle Start-ups, die in dieser Nacht gepitcht haben, hochkarätig waren. Bei BGV haben wir einen strengen Bewertungsrahmen entwickelt, auf den ich auch als Juror in diesem Wettbewerb zurückgegriffen habe. Man muss viele Aspekte bedenken, wenn man ein Start-up bewertet: die Lösung, das Problem, das Geschäftsmodell, das Team, den Wettbewerb, den Markt und viele andere Punkte.

Die Jury hatte eine gute Ausgangslage für ihre Entscheidung, da wir vor den Pitches an diesem Abend bereits die Möglichkeit hatten, die Bewerbungsunterlagen der Start-ups durchzusehen. Mit Hilfe dieser Unterlagen konnte man die Start-ups und ihre Qualitäten besser einschätzen. Während der Pitches haben wir uns dann auf unbeantwortete Fragen, die sich aus den Pitch Decks ergeben hatten, konzentriert und mehr darauf geachtet, wie sich das Team präsentiert. Wichtig ist, dass ein Start-up einem Publikum vermitteln kann, was seine Geschäftsidee ist und was es damit erreichen möchte.

 

Bei Bethnal Green Ventures arbeitest du mit zahlreichen Start-ups in einem dreimonatigen Accelerator-Programm zusammen. Woran erkennst du, ob ein Start-up erfolgreich sein wird und gilt dies auch für den Green Alley Award Gewinner Sulapac®?

Ein Start-up mit Erfolgsaussichten auszuwählen ist in einer frühen Entwicklungsphase sehr schwierig – Fakt ist, dass viele Start-ups eben nicht erfolgreich sind und dass die Start-ups mit Erfolg oft erheblich von ihrem ursprünglichen Plan abweichen. Es gibt so viele Aspekte, die den Erfolgskurs beschleunigen oder bremsen können. In einer frühen Entwicklungsphase scheitern Start-ups häufig, weil sie Team-Probleme haben oder weil sie nicht in der Lage sind, ihre Kunden zu identifizieren oder zu erreichen. Sulapac® dagegen scheint ein starkes Team mit vielfältigen Kompetenzen zu haben. Sie haben auch schon ihr erstes Kundensegment ermittelt, nämlich den Markt für Luxus-Kosmetikartikel.

Für mich spielt das Timing auch eine große Rolle: Ist der Markt überhaupt bereit für ein neues Produkt? Viele Unternehmen treten zu früh oder zu spät in den Markt ein. Anders bei Sulapac®: Die Welt braucht eine Alternative zu Kunststoffverpackungen und die Verbraucher fangen an, das Ausmaß des Problems zu begreifen.

 

Was sind aus deiner Sicht die größten Herausforderungen und Chancen der Circular Economy, auf die sich Start-ups konzentrieren sollten?

Ich glaube es sind aufregende Zeiten für die Circular Economy. Verbraucher entwickeln mehr und mehr ein Bewusstsein dafür, woher Produkte kommen und welche Auswirkungen sie haben. Organisationen und Unternehmen erkennen, dass Verbraucher nachhaltigere Produkte und Dienstleistungen wollen und dass es auch für sie wirtschaftlich Sinn macht, nachhaltiger zu produzieren.

Und genau dort liegen die Chancen und Herausforderungen. Die Circular Economy muss diesen Moment nutzen, um zu zeigen, dass es tragfähige Alternativen zur Linearwirtschaft gibt. Dies wird eine Verhaltensänderung sowohl bei den Verbrauchern als auch bei den Unternehmen weiter vorantreiben und zu einer nachhaltigeren und zirkulären Wirtschaftsweise führen. Natürlich gibt es viele Herausforderungen in diesem Bereich, aber Start-ups wie Sulapac® und innovative Wettbewerbe wie der Green Alley Award, der solche Start-ups unterstützt, können wirklich etwas bewirken.